AK Wirtschaft der SPD Frankfurt

Die untere Berger Straße braucht mehr Aufenthaltsqualität

Veröffentlicht am 01.08.2021 in Stadtteil

Untere Berger Straße

AK Wirtschaft und Ortsvereine im Nordend erarbeiten in einem Stadtteilworkshop in einem Co-Working Space in Bornheim Mitte , was die Lebensader im Quartier kurz- und mittelfristig braucht.

Besorgt über Leerstand, Ladenmietpreise, Autoverkehr, Barrierefreiheit und Verödung auf der „Lebensader“ fanden Interessierte aus dem Stadtteil und darüber hinaus zusammen, um konkrete Ziele und Prozesse für eine Veränderung zu entwickeln.

Die untere Berger Straße ist eine lebendige Einkaufsstraße in einem Wohnquartier. Das macht ihren Charme aus. Auch eine Begehung der SPD Ortsvereine im Stadtteil zeigte: Die inhabergeführten Läden bedeuten Anwohner*innen und Besucher*innen viel. Mitspazierende stellen schon im Juni fest: Das Quartier soll im Gesamtkonzept in seiner Funktion auch als dicht besiedeltes Wohnquartier gedacht werden. Auch fällt auf, dass zwei Entwicklungen die Aufenthaltsqualität einschränken: Zum einen kämpfen viele Läden ums Überleben, denn der Megatrend zum Online-Handel drückt die Umsätze auf der Straße. Die Pandemie hat die Lage verschärft. Verbunden mit hohen Ladenmieten, droht damit auch die untere Berger Straße zu veröden - eine Entwicklung, die auf der mittleren Berger Straße schon deutlich zu sehen ist insbesondere durch die Filialisierung. Zweitens, der ruhende und fließende Autoverkehr nutzt knappe Flächen, wo aber dringend Platz für Bänke, barrierefreies Durchkommen, und zum einfachen Verweilen nötig wären. Um sich konkreter zu positionieren und Lösungen zu erarbeiten, haben SPD Ortsvereine im Nordend in Zusammenarbeit mit dem AK Wirtschaft am 20.07.2021 zum Workshop eingeladen. Mit Teilnehmer*innen aus der Stadtverordnetenversammlung sowie des Ortsbeirats wurde interaktiv erarbeitet, welche Entwicklungen nötig sind.

Arbeitsgruppen diskutierten intensiver, als es darum ging, ein konkretes Ziel für eine Entwicklung der Straße zu formulieren, sowie einen entsprechenden Beteiligungsprozess zu planen. „Durchmischung, Verweil-, Wohn-, und Lebensqualität erhöhen, wobei weniger Autos klar Teil der Strategie sind“, fasste eine Gruppe ihr Ziel zusammen. Konkret konnten alle Arbeitsgruppen aus diesem Ziel, wie in der Begehung zuvor schon deutlich wurde, Folgendes ableiten: Das Querparken sollte als kurzfristige Maßnahme im Ortsbeirat thematisiert und aufgehoben werden. Rüdiger Koch (Fraktionsvorsitzender im OBR 3) will dieses wichtige Thema baldmöglichst in den OBR einbringen. Weitere Diskussionspunkte waren grundsätzlicher Natur. Wie kann ein Beteiligungsprozess Früchte tragen? Wie kann ein Veränderungsprozess aussehen? „Der Beispielprozess an der Schweizer Straße aber auch anderswo zeigen: Beteiligung lässt sich nur dann sinnvoll organisieren, wenn zuvor in einer Machbarkeitsstudie erarbeitet wurde, welche Varianten für eine bessere Aufenthaltsqualität sinnvoll sind. Im Falle der unteren Berger müsste eine solche Studie auch die Seitenstraßen und den Sandweg miteinbeziehen. So kann aus der Vision in unseren kommunalpolitischen Leitlinien – eine autofreie Innenstadt innerhalb des Alleenrings - auch irgendwann Realität werden“, sagte Gökhan Özmemis (Sprecher des AK Wirtschaft). Magdalena Polloczek (OV Nordend II.) brachte in der Abschlusspräsentation ihrer Arbeitsgruppe zwei Ergebnisse aller Arbeitsgruppen in eine zeitliche Abfolge. „Kurzfristig können sich einzelne konkrete Anträge im OBR in eine größer-gedachte Vision zur Veränderung der Berger Straße einfügen. Ein großer Wurf kann mittelfristig gelingen, wenn er planvoll und in Betrachtung des gesamten Quartiers erfolgt. Dazu ist das Gespräch mit Bewohner*innen und verschiedenen Stakeholder erforderlich, z.B. mit den Kirchen, dem ADFC, der Interessengemeinschaft Untere Berger sowie weiteren politischen Akteuren.“ Für die Stadtverordnetenversammlung nahmen Gregor Amann, Stella Schulz-Nurtsch und Simon Witsch mit, dass sie sich für eine Machbarkeitsstudie für eine ganzheitlichere Umgestaltung einsetzen wollen, sodass mittelfristig ein Planungsbüro eingesetzt werden kann.